Ich bin ein großer Fan der Zeitschrift Geo. Ich hatte sie im letzten Jahr sogar abonniert, musste aber aufgrund des Umzugs nach Utrecht kündigen. Mittlerweile besuche ich nur noch die Internetseite von Geo und stöbere dort herum. Hier habe ich auch folgenden Artikel gefunden. Er heisst “Hier spricht der Friedens-Nobelpreisträger“. Es geht um einen gewissen Muhammad Yunus der mit seiner Grameen-Bank ein äußerste interessantes und humanes Konzept in Bangladesch entwickelt hat. Mikrofinanzierung heisst es und es hilft armen Menschen indem es ihnen Geld zur Verfügung stellt um ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern. Das heisst nicht, dass er ihnen das Geld schenkt, nein es funktioniert wie ein Kredit den die “Kunden” aufnehmen können um ihn dann später wieder zurückzahlen zu können. Muhammad Yunus Konzept ist so erfolgreich, dass bereits 6.000.000 Menschen, davon 96% Frauen, von dieser neuartigen Herangehensweise profitieren, so erfolgreich sogar, dass er sich von dem weltweiten Gebrauch seines Systems ein Ende der Armut bis 2030 vorstellen kann. Das Konzept was dahinter steckt ist besonders interessant, weil nicht wie mit EU-Investitionen einfach Geld in ein Land gepumpt wird, was nie ankommt, sondern Frauen dazu veranlasst werden, Verantwortung zu übernehmen und sich auf eigenen Beine zu stellen, sprich unabhängig von anderen ihr eigenes Glück zu verfolgen.
Hier die ersten paar Zeilen:
“Sajeda Begum hat Schulden. Sie weiß nicht genau, wie lange schon. Vielleicht 16 Jahre. Oder 17? “Als ich den ersten Kredit aufgenommen habe, konnte meine Tochter gerade laufen”, erinnert sich die 45-jährige Reisbäuerin aus dem Dorf Delduar in Zentral-Bangladesch. “6000 Taka, fast 100 Dollar waren das damals. Ich war aufgeregt.” Seither war Sajeda Begum nie mehr schuldenfrei.
Muhammad Yunus ist reich. Die von ihm gegründete Großbank mit Sitz in der Hauptstadt Dhaka arbeitet seit mehr als 20 Jahren profitabel. Sie verdient an den Zinsen, die Sajeda Begum und Hunderttausende andere arme Landfrauen jede Woche in windschiefen, selbst gebauten Blechverschlägen am Rande ihrer Dörfer an die Mitarbeiter der Grameen-Bank bezahlen müssen. Noch nie hat die Bank einer in Not geratenen Kundin ihre Schulden erlassen. Seit Jahren gilt Yunus als Anwärter auf den Nobelpreis. Für Wirtschaft? Nein, für Frieden. Sajeda Begum und Muhammad Yunus, die Bauersfrau und ihr Bankier, sind Teil einer kunstvollen Symbiose von knallhartem Geschäft und sozialem Fortschritt. Das Modell ist so erfolgreich, dass es weltweit kopiert wird. Und Yunus ist sein Erfinder.” Hier geht es weiter
Constantin
P.S. Auch sehr zu empfehlen ist das Interview mit Jens Schröder




