Hey,
kennt ihr den Film Big Fish? Ich glaube das einige von euch den Film sicherlich gesehen haben. Julian besitzt ihn zum Beispiel, Rudi hat ihn sich schon angesehen, und du Jona, von dir habe ich ihn. Ein paar sind es also wirklich gewesen, ich finde der Film ist auch wirklich gut daher ist es auch recht wahrscheinlich, dass ihr ihn gesehen habt. Wie auch immer, der Film hat mich wirklich bewegt und zum Ende hin, obwohl ich ihn bereits zuvor gesehen habe, war ich dann auch wirklich bewegt, ihr wisst was ich meine. Das Thema des Film ist meiner Meinung nach der Tod, und das was danach noch von uns übrig bleibt. Irgendwie nimmt mich das mit, weil ich häufig darüber nachdenke, wie Menschen wohl über mich denken. Reputation ist wirklich wichtig und wenn ich zum Beispiel anderen etwas Gutes tun kann und dann feststelle, dass sie mir dafür dankbar sind, bin ich wirklich glücklich. Und in diesem Film, besonders beim Begräbnis von Big Fish, zeigt sich irgendwie was er im Leben geleistet hat. Das Wort “Geleistet”hört sich irgendwie komisch an, weil es etwas misst und uns danach beurteilt. Aber so es ist nun bei uns, wir messen alles und geben dann der jeweiligen Sache einen Wert und danach werden wir beurteilt. Trotzdem, es steht nicht auf unserer Stirn geschrieben wenn wir sterben was wir alles geleistet haben, wo unsere Stärken waren, wem wir alles geholfen haben, was wir Gutes getan haben. Es ist nur unser Körper und selbst der wird irgendwann verschwunden sein. Was bleibt ist eine Erinnerung und will man den Wert dieser Erinnerung messen wird man wohl danach gehen wie lange diese Erinnerung in den Köpfen der Menschen am Leben bleibt . Trotzdem, das scheint es nicht gewesen zu sein, weil so viele Menschen sterben und niemand erinnert sich deren. Es hört sich jetzt komisch an, aber ich frage mich, was also das Ziel unseres Lebens ist. Klar, carpe diem, leben den Augenblick, lass keine Sekunde verstreichen ohne das gemacht zu haben was du wirklich wolltest, aber irgendwie überzeugt mich das nicht. Mir fehlt das grosse, ganze, alles überspannende was dem Ganzen eine Überschrift gibt und uns den Weg weist. Im Moment stehe ich jeden Morgen auf und lerne, irgendwie ist das Ziel Job, aber das passt nicht. Zum Beispiel könnte ich in diesem Zusammenhang fragen, ob ich lebe um zu arbeiten, oder ob ich arbeite um zu leben. Versteht ihr was ich meine? Ich muss zugeben, dass dies Fragen sind, die ich mir seit Jahren stelle, aber noch habe ich keine Antworten darauf gefunden. Da auch ich jemand bin der sich danach bemisst ob er etwas erschaffen hat oder nicht, ob er etwas gelernt hat oder nicht, ist es mir wichtig dass am Ende etwas da steht. Ein Firma zum Beispiel, klar das könnte etwas sein, aber wenn ich jetzt darüber nachdenke, würde es mir nichts bedeuten. Es ist eine materielle Sache und irgendwie beeindruckt mich das nicht. Was schon viel schöner ist wäre zum Beispiel ein Begräbnis mit vielen Menschen die an mich denken und mich positiv in Erinnerung behalten. Aber ich habe es vorher gesagt, irgenwie ist das nicht inspirierend. Es würde bedeuten, dass ich in meinem Leben nach Freundschaften streben würde, aber auch immer Menschen etwas Gutes tue damit sie mich auch in guter Erinnerung behalten. Das ist ziemlich minimalistisch gedacht, oder? Ich hoffe, dass ich euch nicht verwirre, ich hoffe auch, dass ihr das nicht witzig findet, sondern euch selbst mal fragt, warum ihr morgens aufsteht und das macht was ihr macht. Ich weiss, dass das hier nicht der richtige Ort ist, um den Tod oder Fragen des Lebens zu diskutieren, aber da ihr alle so weit weg seid und ich mit euch gerne darüber reden möchte, muss ich es eben auf diese Weise tun.
Ja, Big Fish…




